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6Okt/092

Lösen Euro und Yen bald den US-Dollar als Öl-Währung ab?

Die Financial Times Deutschland titelt heute in ihrer Online Ausgabe: Russland pumpt so viel Öl wie nie.

Rohöl preis der Marke WTI seit September 2008

Rohölpreis der Marke WTI seit September 2008

Im ersten Teil des Artikel geht es um die Öl Fördermenge der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Die Opec hatte vor gut einem Jahr beschlossen die Fördermenge zu senken, um den stark unter Druck geratenen Ölpreis zu stabilisieren.

Interessant dabei ist, dass es die Mehrzahl der Mitgliedstaaten mit dieser Beschränkung nicht allzu genau nimmt und kräftig weiter Öl pumpt. Russland fördert mit 10 Millionen Barrel pro Tag so viel wie niemals zu vor und baut damit den Vorsprung gegenüber Saudi-Arabien als Weltgrößte Ölexportnation weiter aus.

Aber Moment das Passt doch nicht. Wenn so viel gefördert wird, warum steigt der Ölpreis dann? Die Lagerbestände in den USA und Europa nähern sich einem historischen Hoch. Laut Tim Evans, Analyst bei Citi Futures Perspectives liegen die Lagerbestände in den USA sogar 15% über denen des Vorjahres. Es scheint keinen Grund für kurzfristige Engpässe zu geben, wo kommt also die Angst her?

EUR/USD seit November 2008

EUR/USD seit November 2008

Eine mögliche Antwort liefert der zweite Teil des Artikels. Dort heißt es:

Laut der britischen Tageszeitung gibt es einen Geheimplan der Finanzminister und Zentralbanken Chinas, Russlands, Frankreichs, der Golf-Staaten und Brasiliens, den Ölhandel zukünftig nicht mehr in Dollar, sondern in einem Korb von Währungen und Rohstoffen abzuwickeln.

Zur Zeit wird Rohöl an den Rohstoffbörsen überwiegend in US-Dollar gehandelt. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Iran, welcher mit seinen europäischen und asiatischen Partnern seit 2003 in Euro handelt. Diesem Vorbild könnten sich nun die oben genannten Nationen anschließen.

Was bedeutet das für den Dollar? Industrienationen sind (unter anderem deswegen) gezwungen Dollar Reserven zu halten, um Rohöl kaufen zu können. Ölexportnationen verkaufen ihr Öl gegen Dollar und sitzen demnach geradezu auf Dollar Reserven (welche dann in US Staatsanleihen angelegt werden und wiederum Dollar als Zinsen abwerfen). Man muss kein Wirtschaftsexperte sein um einzusehen, dass im Falle einer Ablösung des US-Dollars als Öl-Währung einfach viel weniger Nachfrage nach dem Dollar bestehen würde. Die sinkende Nachfrage würde den Dollarkurs stark unter Druck setzen.

Dieses Szenario liegt natürlich alles andere als im Interesse der USA. Ein schwacher Dollar kurbelt zwar kurzfristig den Export an, der nachhaltige Vertrauensverlust in die Währung ist aber das schlimmste, was den USA passieren könnte. Möglicherweise entflieht die USA der Dollar Schwäche und ihrem riesigen Dollar Schuldenberg dann einfach durch eine Währungsreform / Währungsunion :)

Quellen:

  1. Russland pumpt so viel Öl wie nie, Financial Times Deutschland
  2. The demise of the Dollar, The Independent
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Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Das ist schon ein MuSS. US-Dollar bietet keine große Stabilität an.

  2. Das ist eine Fake-Meldung um den Goldpreis weiter zu pushen.


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